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„Kommt bringt Eure Last“:Weltgebetstag 2026 aus Nigeria

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Datum:
Freitag, 6. März 2026 15:00
Von:
Bärbel Reilly
Ort:
St. Konrad, AC-Vaalserquartier
Alte Vaalserstrasse 87
52074 Aachen

und in der Paul-Gerhardt-Kirche

Am 6. März feiern wir um 15:00 Uhr in St. Konrad und um 17:00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche den Weltgebetstag. In diesem Jahr wurde die Liturgie des Gottesdienstes von Frauen aus Nigeria vorbereitet.

Ihr Heimatland ist drei Mal so groß wie Deutschland, Nigeria ist mit 230 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land (der afrik. Riese) des afrikanischen Kontinents. Dort leben 250 verschiedene Ethnien und man spricht 500 unterschiedliche Sprachen. Hier sprechen die meisten Menschen drei Sprachen Englisch, Pidgin (eine Mischung aus Englisch und indigenen Sprachen) sowie eine indigene Sprache. Nigeria ist weltweit das Land mit den jüngsten Bewohnern. Das Durchschnittsalter liegt bei 18 Jahren, nur 3% der Bevölkerung ist älter als 65 Jahre.

Nigeria wurde zu Ende der Kolonialzeit sehr willkürlich zu einem Staat zusammengefügt. Der Staat wurde um die drei größten ethnischen Gruppen gebildet und daher in drei Bereiche eingeteilt. Einmal in den Norden, der von den muslimischen Hausa bewohnt wird, sowie in zwei südliche Bereiche einen im Südwesten das Gebiet der Yoruba und einen im Südosten, das Gebiet der Jgbos. Die Menschen im Süden sind mehrheitlich Christen, allerdings gibt es dort zahlreiche verschiedene christliche Gemeinschaften. Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Erdöl, Erdgas und Gold, aber der daraus erzielte Gewinn kommt nicht dem Volk zugute, sondern nur wenigen Privilegierten. Der Reichtum an Bodenschätzen macht das Land zur stärksten Wirtschaftskraft Afrikas. Die Erdölförderung, die in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts ohne Rücksichtnahme von Umweltschutzmaßnahmen begann, führte zu gravierenden Umweltschäden im Nigerdelta. Die wirtschaftlichen und sozialen Missstände führen neben den Spannungen innerhalb der zahlreichen religiösen Gruppen zu großer Armut. Ein weiteres Problem für das Land ist der fortschreitende Klimawandel.

Frauen in Nigeria werden diskriminiert, obwohl die Verfassung ihres Landes ihnen Gleichberechtigung garantiert. Im Alltag stehen ihr zahlreiche Hürden im Weg. Religiöser Widerstand und patriarchale Normen verhindern dieses Recht. Frauen sind sehr oft Opfer von Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen sowie Kinderehen. Die Gewalt wird durch die wirtschaftlichen und strukturellen Gegebenheiten verstärkt. Der Zugang zu politischen Ämtern wird Frauen weitgehend verwehrt. Auf dem Lande ist das Leben der Frauen von endloser Arbeit von morgens bis abends gekennzeichnet. Sie leisten Feldarbeit, tragen Wasser und Holz über weite Strecken auf dem Kopf in ihr Heim und kümmern sich um ihre Familien. Zusätzlich ist Armut ihr ständiger Begleiter. Aber auch das Leben der Frauen in der Stadt ist kräftezehrend. Ihr andauernder Kampf um einen Arbeitsplatz und um dessen Vereinbarkeit mit den Pflichten innerhalb der Familie ist erschöpfend. Auch da ist Armut allgegenwärtig.

In dieser schwierigen Lage schöpfen die Frauen immer wieder Kraft aus ihrem Glauben. Sie hoffen auf Gottes Beistand in ihrer Lage. Dies bringen sie in den Gebeten und Liedern, die sie für den Weltgebetstag ausgewählt haben, zum Ausdruck. Wir alle sind dazu eingeladen, sie im Gebet für eine bessere Zukunft im Gottesdienst am 6. März zu unterstützen.

Bärbel Reilly