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Musikalisches Großereignis in Aachen-Laurensberg:Ein Triumph der Chor- und Orchestermusik

Lobgesang 2026
Mendelssohns „Lobgesang“ begeistert in St. Laurentius
Datum:
13. Juli 2026
Von:
Pierre Durben

Aachen-Laurensberg. Mit einer tief beeindruckenden Aufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ hat die Musikgemeinde von St. Laurentius am vergangenen Wochenende ein kulturelles Ausrufezeichen gesetzt. Am 4. und 5. Juli strömten an beiden Tagen zahlreiche Musikbegeisterte in die Kirche. Sie erlebten ein außergewöhnliches Konzertprojekt, das die Zuhörer mit spürbarer Ergriffenheit und stehenden Ovationen zurückließ.

Rund 150 Mitwirkende brachten das Gotteshaus akustisch wie optisch an seine Kapazitätsgrenzen. Der Chor St. Laurentius, verstärkt durch engagierte Mitglieder des Jungen Chores „canto@campum“, gestaltete das Werk gemeinsam mit dem präzise aufspielenden Kammerorchester St. Laurentius. Besonders beeindruckend war das harmonische Miteinander durch alle Altersgeschichten hinweg. Hier zeigte sich eine gut funktionierende Gemeinschaft, die Generationen durch die Musik verbindet.

Bereits die umfangreiche instrumentale Einleitung des Orchesters ließ die hohe musikalische Qualität der gesamten Aufführung aufscheinen. Die Fäden dieses Riesenensembles liefen bei Kantor Gregor Jeub zusammen. Unter seiner Leitung gelang es, die dichte Aussagekraft des komplexen Werkes präzise auf den Punkt zu bringen.

Das Solistentrio setzte emotionale Höhepunkte. Die Sopranistin Geesche Bauer überzeugte mit einer wunderbar lyrischen, klaren Linienführung. Im berühmten Duett „Ich harrete des Herrn“ verschmolz ihre Stimme perfekt mit dem Mezzosopran von Silke Schimkat, die mit warmer Klangfülle glänzte. Tenor Patricio Arroyo-Lesuisse verlieh der Aufführung besondere Dramatik: Seine Gestaltungskraft in der existenziellen „Hüterszene“ („Hüter, ist die Nacht dahin?“) zog das Publikum spürbar in den Bann. Die dichte Klangfülle und die spürbare innere Begeisterung des Chores und des Orchesters sorgten zudem für echte Gänsehautatmosphäre im Kirchenschiff.

Die Qualität des stets präsenten Laienchores wurde deutlich im mächtigen, orchestral gestützten Ausruf „Die Nacht ist vergangen“. Hier zeigten die Sängerinnen und Sänger des Chores im anschließenden, oft gefürchteten anspruchsvollen 6-7 stimmigen a-cappella-Satz („Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen …“) absolute Tonsicherheit.

Man kann sich vorstellen, dass hinter einem solchen Erfolg eine logistische Meisterleistung steckt. Bevor die große Musik in der Kirche entstehen konnte, war im Vorfeld sicher ein enormes Maß an organisatorischer Eigeninitiative und ehrenamtlichem Engagement der Ensemblemitglieder nötig. Von der Probenkoordination bis hin zur gesamten Infrastruktur wurde das Projekt in weiten Teilen selbst getragen.

Das Publikum reagierte mit langanhaltendem, begeistertem Applaus und tiefer Dankbarkeit. Diese Aufführung hat einmal mehr gezeigt, wie glücklich sich eine Gemeinde schätzen kann, die eine derart lebendige und qualitativ hochwertige Chor- und Orchesterarbeit in ihren eigenen Reihen weiß. Man darf gespannt sein, welche musikalischen Meilensteine die Ensembles von St. Laurentius als Nächstes ins Auge fassen.