In andere Rollen schlüpfen

Ein dunkler Monat.
Wir sehnen uns dem Licht entgegen.
Die jecken Tage stehen vor der Tür und wir haben die Chance in andere Rollen zu schlüpfen, uns zu verkleiden.
Matrose, Maatwiev, Räuber oder Reh!
Einmal den Duft der großen weiten Welt schnuppern wie auf hoher See, einmal gesellig, fleißig wie ein Maatwiev, das fröhlich die Ware anpreist immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Einmal gefährlich wirken wie ein Räuber und schüchtern und scheu wie ein Reh.
Die Reihe der Gefühlsfarben, die jedes Kostüm verköpert, ließe sich beliebig fortführen. Dazu die jecken Lieder schmettern.
Das bedeutet Auszeit für die Seele.
Doch die Zeit ist begrenzt.
Sobald die Farbe zu blättern beginnt, das Aufgetragene verschmiert, ohne Gnade der Film auf dem Gesicht dünner wird und sich vorsichtig immer mehr die darunterliegende Schicht nach vorne arbeitet, schimmert es durch: Das wahre Gesicht.
Der Spiegel lügt nicht.
Das bin ich.
Das bin ich mit meinem Leben, mit meinen Fehlern, mit meinen Hypotheken aus dem Familiengewebe und meinem bisherigen Leben.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, steht im Markusevangelium.
Manchmal ist es viel schwieriger, sich selbst zu nehmen, anzunehmen, als den Menschen neben mir, für den ich schon lange gelernt habe ein liebendes Auge zu haben.
Freuen wir uns über uns selbst, über unser wahres Ich, darüber, wie Gott uns gemeint hat. Mit diesem Bewusstsein können wir gut in die Fastenzeit starten.
Die Melodien aus dem Karneval dürfen noch ein wenig nachklingen und uns milde stimmen.
‚Wann jeiht d‘r Himmel widder op,
‚Wenn am Himmel de Stääne danze oder
‚Die Liebe gewinnt…..
Für die Gemeindeleitung: Lotte Lennartz